Steuerliche Vorteile eines Photovoltaik Direktinvestments

10.02.2019

Ein Photovoltaik Direktinvestment ist nicht nur aufgrund der langfristig stabilen Erträge eine attraktive Wertanlage, sondern bietet darüber hinaus erhebliche steuerliche Vorteile. Photovoltaik Direktinvestments sind voll steuerabschreibungsfähig. Durch den Investitionsabzugsbetrag (kurz: IAB) können bis zu 40 % der Anschaffungskosten bereits im Voraus von der Steuer abgesetzt werden. Mit der Sonderabschreibung (Sonder-Afa) sowie der linearen Abschreibung über 20 Jahre kommen weitere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten hinzu. Insgesamt wird das Photovoltaik-Direktinvestment über die Betriebszeit zu 100 % der Anschaffungskosten abgeschrieben.

Im Folgenden werden die verschiedenen Steuervorteile und Abschreibungsmöglichkeiten erläutert.

  • Investitionsabzugsbetrag

Das deutsche Steuerrecht räumt Investoren die Möglichkeit ein, bis zu 40 % der Anschaffungskosten eines Wirtschaftsgutes bereits im Vorfeld der Investition steuerlich geltend zu machen. Der Investitionsabzugsbetrag wird als gewinnmindernde Rücklage definiert (§ 7g Abs. 1 Satz 1 EStG).

Zur Bildung eines IAB genügt bereits die Absicht einer Investition. Wird der IAB beispielsweise bereits in der Planungsphase Ihres Photovoltaik Direktinvestments beantragt, können 40 % des Kaufpreises von der Steuer abgesetzt werden. Das frei werdende Kapital steht somit als Eigenkapital für Ihr Photovoltaik Direktinvestment zur Verfügung. Spätestens drei Jahre nach der Geltendmachung muss die Solaranlage gekauft sein.

Folgende Voraussetzungen gelten für den Investitionsabzugsbetrag:

  • Die Summe aller Investitionsbeträge darf 200.000 Euro nicht übersteigen
  • Begünstigt sind abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Eine Solaranlage wird steuerlich immer als bewegliches Wirtschaftsgut behandelt.
  • Maximal 40 % des Anschaffungswertes können abgeschrieben werden
  • Die Nutzung des Investitionsguts (der Photovoltaikanlage) muss im Anschaffungs- sowie im darauffolgenden Jahr nahezu vollständig gewerblicher Natur sein (maximal 10 % private Nutzung)

Seit 2016 kann der Investitionsabzugsbetrag ohne nähere Funktionsbeschreibung gebildet werden.

  • Sonderabschreibung

Zusätzlich zum IAB können Solaranlagenbesitzer bis zu 20 % des Netto-Kaufpreises als Sonder-Afa absetzen. Nach § 7g Abs. 5 EStG darf diese Sonderabschreibung beliebig über die ersten fünf Jahre verteilt werden. Als Bemessungsgrundlage gilt der Restbuchwert nach der Bildung des Investitionsabzugsbetrages. Wurden also die 40 % IAB abgesetzt, entspricht die Sonder-Afa 12 % des Anschaffungswertes. Bei einem Anlagenwert von Beispielsweise 200.000 Euro entspricht dies 24.000 Euro.

  • Lineare Abschreibung

Photovoltaikanlagen werden in der Regel linear auf 20 Jahre abgeschrieben. Jährlich können damit weitere 5 % des verbleibenden Nettowertes Ihrer Photovoltaik Direktinvestition einkommensmindernd geltend gemacht werden. Werden alle drei Steueroptimierungsmöglichkeiten genutzt – IAB, Sonder-Afa und lineare Abschreibung – können im Anschaffungsjahr oder sogar in den Jahren davor bereits bis zu 55 % des Kaufpreises von der Steuer abgesetzt werden.

Investitionsbeispiel

Investitionssumme 100.000 €
Eigenkapital 20.000 €
Steuersatz 42 %
Investitionsabzugsbetrag (40 % im Vorjahr des Photovoltaik-Direktinvestments) 40.000 €
Steuerersparnis durch IAB 16.800 €
Sonder-Afa auf Restwert (20 % im Kaufjahr) 12.000
Steuerersparnis durch Sonder-Afa 5.040 €
Gesamte Steuererstattung 21.840 €

 

Fazit

Neben der Langfristigkeit und den durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz stabilen Einnahmen, sprechen vor allem auch steuerliche Anreize für ein Photovoltaik Direktinvestment. Durch IAB, Sonder-AfA und lineare Abschreibung werden die Investitionskosten dabei über 20 Jahre vollständig abgeschrieben.

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