Sechs Mythen rund um Photovoltaik

09.03.2019

Wer sich mit einem Photovoltaik Direktinvestment beschäftigt, also der Investition in eine bestehend oder noch zu errichtende Photovoltaikanlage, der stößt im Internet zwangsläufig auf zahlreiche Mythen, die sich rund um das Thema Photovoltaik (kurz: PV) und die Produktion von Energie mit Photovoltaik immer noch hartnäckig halten. Deshalb werden in diesem Beitrag die häufigsten Mythen rund um Photovoltaik unter die Lupe genommen.

  • Eine Solaranlage produziert nur bei gutem Wetter Strom

Selbstverständlich muss die Sonne scheinen, damit eine Photovoltaikanlage Strom erzeugen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Stromproduktion von PV Anlagen stoppt, sobald der Himmel bewölkt ist. Zwar erreicht die Solaranlage dann nicht mehr ihre maximale Leistung, jedoch wird das Licht der Sonne durch die Wolken gestreut und gelangt als diffuse Strahlung auf die Photovoltaik Module. Die heutigen Module sind in der Lage, bereits bei diffusem Licht Strom produzieren zu können. Dieser PV Mythos ist demnach überholt.

  • Die Leistung von Photovoltaik lässt über die Jahre deutlich nach

Tatsächlich altern Solarmodule extrem langsam. Das Fraunhofer Institut hat im Rahmen einer Photovoltaik Studie festgestellt, dass der Leistungsverlust bei Photovoltaikanlagen so gering ist, dass dieser kaum nachgewiesen werden kann. Bei poly- und monokristallinen PV Modulen wird von einer jährlichen Degradation des Wirkungsgrads von gerade einmal 0,1 Prozent ausgegangen. Auch die Leistungsgarantien der Hersteller für Solarmodule gelten üblicherweise 20 bis 25 Jahre. Eine Solaranlage ist also entgegen des Mythos extrem langlebig und erzeugt auch nach Jahren kaum weniger Energie als direkt nach der Installation der PV Anlage.

  • Eine effektive Stromproduktion mit Photovoltaik ist nur im Sommer möglich

Ein weit verbreiteter Photovoltaik Irrglaube ist, dass es warm sein muss, damit die PV Anlage effektiv arbeiten und Energie erzeugen kann. Die Tatsache, dass der Stromertrag im Sommer höher ist als im Winter, liegt jedoch nicht an den Temperaturen, sondern daran, dass die Sonne im Sommer deutlich länger auf die Module scheint, sodass mehr Zeit zur Produktion von Energie zur Verfügung steht als im Winter. Tatsächlich sinkt der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage sogar, wenn es zu heiß ist. Die Idealsituation für Photovoltaik ist daher häufig eher im Frühjahr anzutreffen, wenn die Sonne lange scheint, die Temperaturen jedoch nicht zu heiß sind. Sind diese Rahmenbedingungen erfüllt, kann eine Solaranlage besonders effektiv Energie erzeugen. Auch dieser PV Mythos ist demnach längst überholt.

  • Photovoltaik ist nicht nachhaltig

Häufig wird darüber diskutiert, ob zur Herstellung einer Photovoltaikanlage mehr Energie verbraucht wird, als die Anlage über ihre Lebensdauer erzeugen kann. Auch hier beweist das Fraunhofer Institut in einer Studie zum Thema Photovoltaik das Gegenteil: Solarmodule erzeugen mindestens zehn Mal mehr Energie als für ihre Herstellung benötigt wurde. In der Regel werden gerade einmal zwei Jahre benötigt, um mit Photovoltaik die Menge an Strom zu produzieren, die zur Herstellung der PV Module notwendig war. Hinzu kommt, dass eine Photovoltaikanlage größtenteils recyclebar ist und die meisten Solaranlagen Hersteller Europas sich dazu verpflichtet haben, alte Solarmodule zurückzunehmen um diese zu recyclen.

  • Nur nach Süden ausgerichtete Photovoltaikanlagen rechnen sich

Auch dieser PV Mythos hält sich hartnäckig. Zwar stimmt es, dass eine nach Süden ausgerichtete PV Anlage einen besonders hohen Stromertrag erwirtschaftet, da die Sonne einen Großteil des Tages auf die mit Modulen bestückte Fläche scheint. Jedoch ermöglicht es eine Ost-West Ausrichtung, auf beiden Dachseiten Solarmodule anzubringen, sodass sowohl morgens als auch abends Energie mit der PV Anlage produziert werden kann. Diese Konstellation rechnet sich vor allem für Haushalte, die den mit der Photovoltaikanlage erzeugten Strom selbst nutzen möchten, jedoch tagsüber nicht zuhause sind. Doch auf bei großen Photovoltaikanlagen und Photovoltaik Freiflächenanlagen ist eine Ausrichtung der Anlage nach Süden kein Muss. Für Ihr Direktinvestment in Photovoltaik empfiehlt es sich daher, mit Hilfe einer belastbaren Berechnung zur Wirtschaftlichkeit Ihres PV Investments die zu erwartenden Erträge genau zu kalkulieren.

  • Photovoltaik in Deutschland rechnet sich nicht

Richtig ist, dass der Standort für die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik eine große Rolle spielt. An jedem Ort herrscht eine andere Globalstrahlung, wodurch der Standort neben Faktoren wie der Ausrichtung und Dachneigung signifikant Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik hat. Zwar produzieren Photovoltaikanlagen in Südeuropa mehr Strom als PV Anlagen in Deutschland. Jedoch würden bereits zwei Prozent der Fläche Deutschlands ausreichen, um mit Photovoltaik so viel Energie zu produzieren, wie sie im ganzen Land benötigt wird. Durch die Ergänzung der Anlage um einen Speicher kann die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage zudem weiter erhöht werden. Außerdem bietet Deutschland über die Einspeisevergütung eine Förderung von Photovoltaik, welche die Wirtschaftlichkeit einer PV Anlage nochmals erhöht.

Fazit

Mythen zum Thema Photovoltaik halten sich immer noch hartnäckig. Die in diesem Beitrag beleuchteten Irrtümer sind lediglich einige von zahlreichen Beispielen. Ein Groß der PV Mythen entpuppt sich jedoch als längst überholt. Wenn Sie sich mit einem Photvoltaik Direktinvestment beschäftigen, empfiehlt es sich daher, PV Mythen unbedingt zu hinterfragen.

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